Förderkreis St. Nicolai Zerbst e.V.

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Aktuelles und Perspektive                                                                    

 

Der Aufbau des Turmmassivs und die dauerhafte Befestigung der Außenmauer waren bei seiner Gründung die Mindestziele des Vereins, die die weitere Existenz des Bauwerks sicherstellen sollten. Ein kompletter Aufbau und Ausbau des Bauwerks wird nicht angestrebt, wohl aber des Turmriegels

Die Sicherungsarbeiten am Bauwerk werden zum Großteil abgelöst durch Erhaltungsmaßnahmen und solche, die zur Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten erforderlich sind.

 

 

Der Turmmittelbau hat massive Decken erhalten, wodurch eine Nutzung von mehreren Ebenen möglich wird. Hier ist der Schwerpunkt der Baumaßnahmen der nächsten Jahre. Ein Mittelturm ist nicht mehr vorgesehen, die Aussichtsplattform bleibt erhalten.

Weiterhin werden der Untergrund des Kircheninnenraumes befestigt, ein Aufgang zum Südturm hergestellt und die Gewölbeansätze an der Außenmauer wie auch am Arkadenzug gegen herabfallende Steine gesichert.

 

 

 

 

Perspektiven

 

In den Jahren 2009 und 2010 sollen die wesentlichen Bedingungen für kulturelle Veranstaltungen in der Nicolaikirche geschaffen werden.

Förderanträge sind beim Land Sachsen-Anhalt, beim Landkreis Anhalt-Bitterfeld, bei der Stadt Zerbst und der Lotto-Toto-GmbH Sachsen-Anhalt gestellt worden.

 

Die Überlegungen zur künftigen Nutzung ziehen weitere Maßnahmen zur Herrichtung und Gestaltung des Innenraumes nach sich. Ziel ist es, einen attraktiven Rahmen für Freiluftveranstaltungen zu bieten, der aus weitem Umkreis solche Veranstaltungen anzieht. Als Beispiel: Um ein Schlechtwetterzelt und ausreichend Bestuhlung unterzubringen, fehlen noch die Räumlichkeiten.

 

Einzeln betrachtet sind diese Aufgaben (finanziell) viel kleiner als die bisherigen Bauprojekte.

Es wird schwierig sein, für sie öffentliche Fördermittel zu erhalten, die Finanzierung wird wesentlich von den Eigenmitteln des Vereins abhängen.

 

 

Ausbau des Mittelturmes

Im Gegensatz zu den Außentürmen ist der Mittelteil hohl. Die Holzdecken sind 1945 verbrannt und ein 25 m tiefer Schacht entstand zwischen den Türmen. Auch das die unterste Etage tragende Gewölbe war teilweise eingestürzt.

 

             

 

Die Decken wurden in den letzten Jahren durch Trägerdecken mit Betondielen ersetzt.

Nun sollen alle entstandenen Ebenen ausgebaut und damit nutzbar gemacht werden.

Die Ebenen 1 und 2 bleiben zum Kirchenschiff offen mit einem Edelstahlnetz als Taubenschutz. Der oberste Raum 5 soll zu einem Raum für Ausstellungen werden, der allen Ansprüchen genügt.

Im obersten der entstandenen Räume R4 wurden die Wände verfugt, die Decke geputzt, Dielung gelegt und zwei Türen eingebaut.

Eine Elektro- und Beleuchtungsinstallation sowie Galerieleisten würden in ihm bald Ausstellungen ermöglichen. Dazu gehört auch eine entsprechende Möblierung.

Mindestens der Aufgang im Südturm soll auch auf der zweiten Seite Handläufe erhalten.

Die untere, gegen das Kirchenschiff offene Turmebene kann in Veranstaltungen einbezogen werden. Das verlangt den Einbau eines Fußbodens, der nicht empfindlich gegen hereingewehte Feuchtigkeit (Schnee) ist.       

 

 

 

Restaurierung einzelner Elemente der Bauornamentik und Bauplastik:

Es gibt an diesem Bauwerk eine Fülle von wertvollen Details, die zu erhalten und zu restaurieren sind.

Der Großteil dieser Objekte befindet sich an der Außenseite der Mauer.

Besonders die Ostseite des Chores ist überladen mit der üppigen Bauzier der Spätgotik. Wimperge und Fialen sind fast vollständig erhalten, einige Kreuzblumen fehlen bereits.

An den Pfeilern sind oberhalb des Kaffgesimses (etwa 4,50 m hoch) noch 19 Konsolen erhalten, die großenteils über individuell gestalteten Gesichtern, Büsten oder Figuren stehen (Kopfkonsolen). Zu diesen Kopfkonsolen gehören jeweils Baldachine, von denen schon mehrere fehlen.

Zu den auf den Konsolen gedachten Skulpturen gibt es keine Quellenaussagen.

Wichtig wäre die Konservierung der Sandsteinoberflächen, um dem Verlust der Konturen entgegenzuwirken.

 

 

Als Einzelobjekt fällt die am Pfeiler 17 befindliche „Judensau“ auf. Mit diesen, die Juden diskriminierenden Skulpturen (Reliefs), wollte man sie - wie in anderen Städten - von den Märkten und Handelsplätzen fernhalten.

 

 

Auch ein wertvolles Epitaph von 1432 wartet noch auf seine Konservierung. Es stellt das Ehepaar Garprader dar, das sein nachgelassenes Vermögen für den Bau des Chores der Nicolaikirche gestiftet hatte.

 

 

 

Schaffung eines „Objektmuseums“:

Bei der Abtragung der völlig maroden Mauerteile am Südausbruch (in „Maßnahmen“ unter Nr. 8) fanden sich im Innern der 1,60m starken Umfassungsmauer Teile des romanischen Vorgängerbaues.  Reste von Maßwerken und Epitaphien sind ebenfalls noch vorhanden. Alle diese Objekte könnten Teile eines Objektmuseums werden, das, ergänzt um Informationsmaterialien, einen Einblick in die Historie des Bauwerks gibt.

 

 

Gestaltung der Umgebung

Die Fläche zwischen den Kirchenmauern und den umgebenden Straßenrändern bzw. Gebäuden gehört der Kirchengemeinde, der Stadt oder anderen Eigentümern. Seit 2003 ist sie frei zugänglich. Es bietet sich an, sie in ihrer Gesamtheit nach einheitlichem Konzept zu gestalten. Auf einer kleinen Fläche östlich der Kirche befindet sich ein wenig genutzter Spielplatz. Seine Verlegung kann nach dem Abriss mehrerer Wohnblocks in der Nähe kein Problem sein. Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine sinnvolle Neugestaltung der Kirchenumgebung.

Bereits 2002 gab es einen Vorschlag des Förderkreises St. Nicolai, der eine parkähnliche Gestaltung vorsah. Mitten in der Stadt sollte ein Areal entstehen, das die Menschen anzieht, sei es um als Fußgänger die praktisch geführten Wege zu benutzen oder um an den dafür gestalteten Plätzen sich aufzuhalten und Freizeit zu verbringen.

Viele Städte machen es vor, auch an Orten mit weniger guten „Randbedingungen“.

Fehlt(e) den Stadtvätern der Mut für ein solches Projekt? In der Stadt existieren mehrere engagierte Vereine mit Erfahrung im Management, die als Projektträger geeignet wären.

 

Tatsächlich entstehen Kosten bei der Umgestaltung der Fläche. Sie dürften aber sehr viel geringer sein als konventioneller Stadtumbau-Ost im Freilandbereich.

Das Angebot des Förderkreises St. Nicolai besteht weiterhin.

Es bedarf nur des Auftrages, Verbündete und Helfer finden sich in Zerbst.