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Das neue Geläut der Nicolaikirche
Historische Glocken der Nicolaikirche
Der Verein befasste sich ab 1991 zunächst ausschließlich mit
Sicherungsarbeiten an der Ruine. Nach 14jähriger Arbeit in von vielen
Partnern geförderten Einzelprojekten hatte der Förderkreis St.Nicolai
e.V. im Jahre 2003 die wesentlichen Maßnahmen zur Sicherung des 1945
zerstörten Baudenkmals St.Nicolai in Zerbst beendet. Die Türme und die
Außenmauer sind für lange Zeit gesichert worden.
Damit wurden zugleich die Voraussetzungen geschaffen, um eine andere
große Aufgabe in Angriff zu nehmen, die Restaurierung der beschädigten
historischen Glocken und ihre Vereinigung zu einem Geläut.
Schon im ersten Faltblatt des Vereins 1993 wurde die „Wiederherstellung
des historischen Geläutes“ für die fernere Zukunft als Aufgabe
formuliert. Dem lag die Vorstellung zu Grunde, dass es früher ein
historisches Geläut als Ensemble gegeben hätte. Schubert beschreibt in
seinem „Glockeninventar“ sieben Glocken der Nicolaikirche. Aber sie
hatten nie ein Ensemble gebildet und hingen bis 1945 an 5 verschiedenen
Stellen im Bauwerk.
Von Ihnen waren nach dem Krieg noch 5 vorhanden, alle mehr oder weniger
stark beschädigt.
Seit vielen Jahren standen die Friedensglocke und die Nicolaiglocke auf
beiden Seiten des Nordeinganges in der Trinitatiskirche. Beide zeigten
ihre starken Beschädigungen, aber auch ihre Schönheit. Eine feine grüne
Patina überzog besonders die Friedensglocke.
Alle alten Glocken mussten entsprechend ihren Gussdaten schon zum
Geläut der romanischen Vorgängerkirche gehört haben, wenn auch die
Friedensglocke und die Nicolaiglocke später umgegossen worden sind.
Ab 1726 sollte die „große Glocke“, die auf dem beschädigten Südturm
hing, nach Ratsbeschluss nicht mehr geläutet werden. Erst 1934 wurde
sie auf den stabileren Nordturm gebracht, in einen stählernen
Glockenstuhl gehängt und wieder geläutet. Man hatte ihr zuvor den Namen
„Adolf-Hitler- Glocke“ gegeben. Ebenso verfuhr man mit der großen
Uhrenglocke.
Die Joche waren gekröpft, so dass die Schwingungsachse mitten durch den
Glockenkörper ging. Die Klöppel (Reversionsklöppel) mussten erheblich
kürzer werden, denn ihre Aufhängung lag nahe der Drehachse. Um das zu
erreichen, durchbohrte man die Hauben der Glocken und schweißte oder
schraubte ein längeres Hangeisen ein. Die Haube der Gloriosa war
vierfach, die der Uhrenglocke zweifach durchbohrt worden. In dieser
Hängung waren beide Glocken mit motorgetriebenen Läutewerken
ausgestattet, deren Schwenkrichtung durch „Quecksilberschweinchen“
umgeschaltet wurde.
Seit der Gründung des Förderkreises 1991 erfolgten auch Besichtigungen
des Turmes mit den noch verbliebenen 2 Glocken. Durch den Westeingang
zwischen den Türmen gelangte man in den Innenraum und zur Tür des
Nordturmes. Dort oben hingen die legendäre „Gloriosa“ und die große
Uhrenglocke ohne historischen Namen.
Als 10 Jahre später das Geläut – zunächst war nur an die
beiden Glocken gedacht - in den Blickpunkt rückte, wurde im
Vorstand bald erkannt: Es fehlt uns an „Glockenverstand“!
Am 13.02.2001 ging ein Brief an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz
nach Bonn, in dem um Beratung ersucht wurde, auch ein Förderantrag
wurde abgeschickt. Aber die Initiative verpuffte, es mussten noch
einige Jahre vergehen, bis das Vorhaben Konturen gewann.
Gloriosa am gekröpften Joch im eisernen Glockenstuhl (Bild von 1950)
Die aus alten Quellen stammenden Masseangaben erwiesen sich
für alle Glocken als zu hoch. Für die Gloriosa waren 5,2 t oder noch
großzügiger 5 t bis 7 t angegeben worden. Gewogen wurden 4540 kg - ohne
Klöppel, wie bei den anderen auch. Der Umfang der Gloriosa beträgt 6,20
m, ihr neuer Klöppel wiegt 257 kg. Die Zuordnung des Namens „Gloriosa“
ist unsicher, er könnte von einer anderen Großglocke, die im 19ten
Jahrhundert verloren ging, übertragen worden sein. Gegossen wurde sie
am 16. Juni 1378 von einem unbekannten Meister. Sie war in die
Glockenkategorie D – besonders wertvoll – eingestuft, daher im Krieg
nicht für das Einschmelzen vorgesehen. Wir glaubten damals (1991), die
Glocke befinde sich in einem guten Zustand, was sich später als Irrtum
erwies..
In einem Geläut erfolgt die Nummerierung der Größe nach, sie ist also
die Glocke Nr.1.
Glocke Nr. 2 ist die Friedensglocke von 1443, umgegossen 1660
von dem Magdeburger Glockengießer Georg Schreiber. Sie ist die
drittgrößte anhaltische Glocke mit der Masse 2640 kg. Sehr
reichhaltiges Dekor, frei von Rissen, großer Ausbruch an der Schärfe,
der Klöppel fehlt, Glockenkategorie C - so die Kurzbeschreibung. Sie
war im 2. Weltkrieg bereits auf dem Hamburger Glockenfriedhof, wurde
aber nicht eingeschmolzen und kehrte wieder zurück. Den schweren
Schaden der Friedensglocke, einen großen Ausbruch am Rand, hatte
Schubart schon 1898 in seinem „Glockeninventar Anhalts“ erwähnt
Friedensglocke, Aufnahme von 2003
Als dritte folgt die Nicolaiglocke von 1477, Masse 1610 kg,
Kategorie D (besonders wertvoll).
Sie wurde aus Anlass der Katastrophe von 1475 gegossen (aus einer
Vorgängerglocke umgegossen), als im Turm die Pulvervorräte der Stadt
explodiert waren.
Die Glocke hing 1945 auf dem Mittelturm und stürzte beim Brand durch
die Holzdecken etwa 25 m tief herunter. Dabei wurde sie sehr schwer
beschädigt. Sie hatte große Risse, die Krone fehlte. Lange war
fraglich, ob sie reparabel wäre oder ein Museumsstück bleiben müsste.
Die
schwer beschädigte Nicolaiglocke
4. Uhrenglocke von 1443, Masse 750 kg, Kategorie C. An ihr
fiel auf, dass sie an Stelle der Krone einen dicken Zapfen mit einem
rechteckigen Loch aufwies. Sie war bei ihrem Guss also bereits als
feststehende Glocke einer Uhr mit Schlagwerk gedacht, obwohl sie nun
läutbar an einem gekröpften Joch hing. Die Haube war doppelt
durchbohrt, ein Reversionsklöppel eingehängt worden. So wurde sie zur
Läuteglocke umfunktioniert.
Für das neue Geläut wurde sie nicht vorgesehen, sondern soll ihrer
Bestimmung gemäß später ein Uhrwerk erhalten.
Große Uhrenglocke
Als Nr. 5 gibt es eine kleine Läuteglocke von 1418, die
ebenfalls die Krone verloren hatte. Sonst war sie gut erhalten.
Gegossen 1418, Masse 104 kg, Kategorie C.
Kleine Läuteglocke
Der Weg zum Projekt
Die große Glocke läutete sehr ungleichmäßig, offenbar hatte
sich der Glockenstuhl verzogen. Sie wurde deshalb nicht mehr geläutet
und nur noch durch den pendelnden Klöppel zu seltenen Anlässen hörbar
gemacht.
An einem „Anhaltinischen Glockentag“ 2004 in Dessau nahm auch der
Glockensachverständige Dr. Rainer Thümmel aus Radebeul teil. Seine
Bereitschaft zur fachlichen Beratung für ein Glockenprojekt gab
wahrscheinlich den Anstoß für das gewagte Unternehmen. Die
Kirchengemeinde beauftragte den Förderkreis formell mit der
Projektträgerschaft und die Vorplanung begann.
Das erste Gutachten ergab eine Kostensumme von 261 800 €, die Suche
nach Förderpartnern begann. Weil die Förderrichtlinien der
angesprochenen Geldgeber sehr verschieden waren, sollten 4 Teilprojekte
zum dem Ziel führen: Schaffung eines neuen Geläuts aus den historischen
Glocken und einer neu zu gießenden. Letztere würde die Einbeziehung der
kleinen Glocke von 1418 ermöglichen, wenn sie die große Lücke im
Klangbild der alten Glocken verkleinerte. Sie müsste also an vierter
Stelle stehen.
Projekt 1 - Sanierung des Glockenturmes und Herstellung des
Glockenstuhles
Projekt 2 - Restaurierung der historischen Glocken
Projekt 3 - Guss der neuen Glocke
Projekt 4 - Hängung, Installation, Schalläden, Einweihung
Der Kostenplan änderte sich schon bis zum eigentlichen Beginn des
Projektes erheblich und und ergab Ende 2005 die Summe von 298 360 €.
Nachdem der Start erfolgt war, entwickelte das Vorhaben eine
Eigendynamik, die nur noch schwer zu beherrschen war. Ein
nachträglicher Ausstieg wäre nicht möglich gewesen. Die Förderpartner
waren bald gefunden, aber die kalkulierten Kosten stiegen unaufhörlich.
Baumaterial, Glockenbronze und Energie wurden teurer, die
Mehrwertsteuer erhöht. Aber zusätzliche, vordem nicht erwartete
Arbeiten brachten die größten zusätzlichen Ausgaben: Ein verdechter
Schaden an der Gloriosa (+22000 €), zusätzliche Holztrocknungen für den
Glockenstuhl, Verfugungen der Glockenstube gegen Absandung,
Steinmetzarbeiten nach Abbau der alten Schallläden, ein zweites
abschließendes Schwingungsgutachten für den Turm u.s.w..
Ein fünftes ergänzendes Förderprojekt musste noch angehängt werden, das
erst im Februar 2009 mit einer Nachintonation und Arbeiten zur
Beseitigung erster Schäden abgeschlossen werden konnte.
Der Verlauf der Arbeiten
1. Teilprojekt G06-1: Stabilisierung ders Nordturmes und
Herstellung des Glockenstuhles.
Die Firma REMA aus Magdeburg legte 18 etwa 10 m lange Edelstahlanker
horizontal in die Wände des Turmes. Bei den zuvor erforderlichen
Bohrungen lief beängstigend viel von dem Spülwasser in das mürbe
mittelalterliche Gemäuer, was zu unserer Erleichterung ohne weitere
Schäden blieb. Dann folgten über 65 Stahlnadeln (Ø etwa 2 cm), die
senkrecht in die Wände geschoben wurden.
Den Zeitplan brachte der milde Winter ohne Nachtfröste durcheinander.
Der Saftfluss in den zu fällenden Eichen kam nicht zum Stillstand. Sie
wurden erst Ende Januar 2007 gefällt und mussten mehrmals in
Trockenkammern vor ihrer Verarbeitung behandelt werden. Es gelang der
Firma Weise aus Leubsdorf nur knapp, den Glockenstuhl bis zu seinem
Montagetermin in Zerbst fertig zu stellen.
Die Kosten dieses Teilprojektes überstiegen die Planung um 9,1%
2. Teilprojekt G06-2: Restaurierung der historischen Glocken.
Nachdem die Firma aus Kölleda zwei Glocken am April 2006 vom Turm
gehoben hatte, wurden diese mit den 3 weitere alten Glocken zur
Glockenschweißerei Lachenmeier nach Nördlingen in Bayern gebracht. Um
innere Spannungen auszuschließen, wurden die Glocken dort auf etwa 500
Grad erhitzt und bei dieser Temperatur geschweißt.
Das war bei der besonders stark beschädigten Nicolaiglocke erst nach
langen Voruntersuchungen möglich. Die Gloriosa offenbarte erst nach
ihrer ersten Schweißung einen langen Riss durch die Kappe, der
eine erneute Schweißung nötig machte. Dadurch kostete allein die
Restaurierung der großen Glocke über 49000 €.
Im April 2007 konnten alle Glocken als restauriert abgenommen werden.
Die Kosten betrugen 23,4% gegenüber dem Plan.
Glockenguss
3. Teilprojekt G07: Neuguss einer Glocke“
Da für einen Neuguss mit Fördermitteln nicht zu rechnen war, wurde nach
Großspendern, den „Stiftern“, öffentlich gesucht.
In kürzester Zeit stellten Zerbster Bürger die Summe von 17000 € zur
Verfügung, was die Herstellung der Glocke ermöglichte.
Die Stifter bestimmten zur Gießerei die Kunstgießerei Lauchhammer.
Nachdem die historischen 4 Läuteglocken in Nördlingen restauriert
worden waren, nahmen Dr. Thümmel und Prof. Menschik eine Klanganalyse
vor.
Im Ergebnis wurden die Parameter der neu zu gießenden Glocke festgelegt.
Inschrift und Zier entwarf der Grafik-Designer Karl-Heinz Lötzsch aus
Dresden. Die Rückseite der Glocke sollte das Stadtwappen tragen.
Zum Guss am 29.06.2007 fuhren über 30 Interessierte mit einem Bus nach
Lauchhammer, um den Vorgang mitzuerleben. Nach dem Erkalten, einige
Tage später, wurde die Glocke ausgepackt, geputzt und zur
Werkabnahmeprüfung vorgestellt. Der beauftragte Sachverständige Dr.
Thümmel erklärte den Guss für gelungen, obwohl der Grundton etwas zu
hoch ausgefallen war. Die Glocke wurde nach seiner Empfehlung ohne
Nachbearbeitung abgenommen.
Glockenweihe
Am 27.07. ist die Glocke vor dem Heidetor vom Bürgermeister
begrüßt und in einem Umzug zur Nicolaikirche begleitet worden. Dort
erhielt sie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ihre kirchliche
Weihe.
Sie ist seitdem Bestandteil des am 01. September 2007 in Betrieb
genommenen großen Geläutes der Nicolaikirche.
Glockenparade vor dem Aufzug
4. Teilprojekt G07-2: Hängung und Installation des Geläutes.
Gemeinsam mit den historischen Glocken wurde auch die Stifterglocke am
01.08.2007 auf den Glockenturm gehoben, es folgten die Teile des
Glockenstuhles. In den nächsten 4 Wochen erfolgte die Montage des
Glockenstuhles mit den Jochen und die Hängung der Glocken. Die Firma
Graetz aus Coswig/Sa, hatte parallel die Schallläden eingebaut.
Dann erfuhren wir, dass bei einigen der Klöppel der Erstguss misslungen
war. Sie trafen verspätet erst am 27.08. auf der Baustelle ein und
wurden sofort eingehängt, d.h. mit Ledermanschetten an den Hangeisen
befestigt.
Zu der schon lange vorbereiteten Einweihung am 01.09.2007 spitzten sich
die Schwierigkeiten nochmals zu. Alle Zeitpolster waren zuvor
aufgebraucht worden, so dass die Intonation, die Einstellung der
Antriebsteuerungen für ein gleichmäßiges Läuten, erst für den Vortag
angesetzt werden konnte. Zusammen mit Dr. Thümmel erklommen wir gegen
13,00 Uhr den Turm.
Einer der Monteure sprach von Schwierigkeiten, die sie noch hätten. Die
Glocken gaben keinen Ton von sich. Nach geduldigem Warten und immer
hektischer werdender Tätigkeit der Monteure kam gegen 17,00 der
niederschmetternde Bescheid: „Wir haben keine Chance. Es sind die
falschen Module geliefert worden“. Das sind die elektronischen
Steuerelemente für die Linearmotoren der Läutemaschinen. Die richtigen
lagen aber nicht am Firmensitz in Heidenau. Nicht einmal die belgische
Zulieferfirma hatte sie am Lager, sondern musste sie erst beim
Hersteller beschaffen - vielleicht in Südostasien?
Da zur Einweihung am nächsten Tag mit vielen geladenen Gästen und einem
großen Besucheransturm zu rechnen war, wollte sich spontane
Ratlosigkeit ausbreiten.
Die rettende Idee kam von Herrn Thumsch, dem Geschäftsführer der
ausführenden Firma. Seine Monteure fuhren zurück nach Heidenau und
kamen frühmorgens mit Elementen einer nicht ganz modernen Steuertechnik
wieder, bei der die Magnetfelder über Lichtschranken umgeschaltet
werden.
Am Vormittag des 1.9. wurden sie eingebaut und um 13,00 Uhr begann die
Einweihungsfeier vor vielen Besuchern.
Das war knapp! Von den Problemen wurde zunächst nichts mitgeteilt, um
die Aufmerksamkeit nicht auf Unzulänglichkeiten zu lenken, wie sie bei
dem noch nicht intonierten Geläut zu erwarten waren.
Einweihungsfeier am 1.September 2007
An der Einweihungsfeier des Geläutes am 1. September 2007 in
der Kirche nahmen über 1000 Personen teil. Die Feier wurde von allen
Anwesenden als sehr emotional empfunden.
Der Vorsitzende fand in seiner Festrede Worte des Dankes für alle
Akteure des Vorhabens, insbesondere die Geldgeber und die vielen
Zerbster, auch die ehemaligen, die die sogenannten Eigenanteile des
Projektträgers zusammengesteuert hatten.
Folgend einige Sätze im Wortlaut:
„Heute ist der Weltfriedenstag. Im Jahr 1939 am 01.September begann der
fürchterlichste aller Kriege, der 2. Weltkrieg. Zur Erinnerung und zur
Mahnung ist dieses Datum für den Weltfriedenstag gewählt worden. Durch
die größte Katastrophe in der Stadtgeschichte am 16. April 1945 wurde
die Stadt Zerbst zu großen Teilen vernichtet. ………
Bis heute versuchen die Zerbster, die Reste alter und wertvoller
Substanz zu bewahren und damit ihre Identität wieder zu stärken. In
diesem permanenten Bemühen wird der heutige Tag zu einem bedeutsamen
Ereignis. Dass wir gerade am Weltfriedenstag das wiederhergestellte
Geläut einweihen können, ist eine sinnfällige Fügung.
Glocken sind Symbole des Friedens. Die zweitgrößte der unseren trägt
bereits den Namen Friedensglocke. So soll dieses Geläut das Symbol für
eine dauerhaft friedliche Entwicklung der Stadt Zerbst werden.“
Als das Geläut von Dr. Thümmel ohne Probleme vorgestellt werden konnte,
war den Akteuren die Erleichterung anzumerken.
Dr.
Thümmel stellt das Geläut vor
Den anwesenden Campanologen war die fehlende Intonation
natürlich nicht entgangen und wurde zum Hauptthema im anschließenden
Fachgespräch in der Trinitatiskirche.
Am 4. Oktober konnte das vorgesehene Steuersystem eingebaut
werden. Das Geläut ist über eine Bedientastatur, ein Fernbedienelement
oder eine programmierbare Schaltuhr läutbar. Die nachgeholte Intonation
am 10.10. durch Dr. Thümmel erbrachte eine gute Läutbarkeit aller
Glocken mit Gleichmäßigkeit der Anschläge bei einem möglichst kleinen
Läutewinkel.
Mit der Abnahme des Geläuts durch Dr. Thümmel und Prof. Kempe im
Auftrag des Auftraggebers / Projektträgers ist das Vorhaben am
15.10.2007 erfolgreich bis zur Funktionsfähigkeit des Geläutes geführt
worden.
5. Teilprojekt G2008: Ergänzungsmaßnahmen
Die Ausgabenplanung musste mehrfach geändert werden, die im
Finanzierungsplan ausgewiesenen Beiträge der weiteren Förderpartner
blieben dabei ungeändert. Deshalb hatte sich der Eigenanteil ständig
vergrößern müssen. Er wurde zum erheblichen Teil durch die
Kirchengemeinde sowie durch Spenden aus der Bevölkerung aufgebracht.
Die
großen Förderer
Weitere Arbeiten und Vorgänge, die dem Vorhaben „Historisches
Geläut“ zuzuordnen waren, konnten in den 4 Förderprojekten nicht mehr
untergebracht werden. Der Hauptgrund war die momentane Unmöglichkeit,
sie zu finanzieren.
Für den gesamten Turmbau wurde ein zweites Schwingungsgutachten
erforderlich, da die Turmstabilisierung die Eigenfrequenzen der
Turmschwingungen geändert hatte.
Ein Aufgang zum Glockengeschoss, die Schließung einer Öffnung im Boden
der Glockenstube und deren Beleuchtung sind weitere Ergänzungen des
Projektes. An den Schallläden wurden nachträgliche Verbesserungen
erforderlich.
In Verbindung mit der Gewährleistungsplicht war auch ein
kostenträchtiger Wartungsvertrag mit der betreffenden Firma GLEA
Heidenau über 5 Jahre abzuschließen.
In Hinblick auf die nicht geplanten Kosten wandte sich der Verein
nochmals mit einem Hilfeersuchen an die Oetkerstiftung. Diese stellte
weitere 13000 € zur Verfügung und zählt damit zu den wichtigsten
Geldgebern für das gesamte Vorhaben.
Eine Aufrechnung der gesamten Kosten für das Geläut ergab die stolze
Summe von 390598,94 €
Blick in den Glockenstuhl
Die Öffentlichkeit
Die denkmalschützerischen Arbeiten an der Nicolaikirche und
die Entstehung des Geläutes stellten von Beginn an eine
regionalöffentliche Angelegenheit dar, über die die Volksstimme in
kurzen Abständen informierte.
Im Hörfunk (MDR Info) und im MDR-Fernsehen wurde über das Projekt in
seinen regionalen Bezügen berichtet. Dies war vor allem zu besonders
spektakulären Ereignissen der Fall, die stets eine große Zahl von
Schaulustigen anzogen (Abnahme der großen Glocke vom Turm, Glockenguss,
Empfang u. Weihe der Stifterglocke, Hebung aller Glocken auf den Turm,
Hängung des Geläutes, Einweihungsfeier).
Literatur: In dem 2007 erschienenen Buch „Gegossene Vielfalt“ von
Konstanze Treuber wird dem Geläut der Zerbster Nicolaikirche ein
Kapitel gewidmet.
Eine Hör-CD von der Einweihungsfeier des Geläutes am 01.09.2007 ist
beim Förderkreis erhältlich, eine weitere mit gesprochenen Texten und
Orgeleinspielungen erscheint in diesen Tagen.
Verzeichnis der vorhandenen Glocken, geordnet nach ihrer Größe:
1. Gloriosa von 1378, Ǿ 1,95m, größte Glocke in Anhalt,
sehr gut erhalten. Sie hängt im Nordturm.
Mehrere Gutachten zum hohen klanglichen und historischen Wert,
vergleichbar mit berühmten Glocken in Erfurt, Köln, Halberstadt und
Dresden.
2. Friedensglocke von 1660 (letzter Umguss), Ǿ 1,60m, Höhe
1,62m, davon Krone 37cm, drittgrößte Glocke in Anhalt, beschädigt.
Alter Glockenspruch preist den Frieden. Sie dürfte ursprünglich im
13.Jahrhundert gegossen und 1443 umgegossen worden sein.
Sie ist durch den Brand abgestürzt und weist einen größeren Ausbruch am
unteren Rand auf. Sie muss vor erneuter Benutzung repariert werden.
Die Glocke ist im Innenraum der Nicolaikirche der aufgestellt.
3. Nicolaiglocke von 1477 (ebenfalls umgegossen), Ǿ
1,10m, beschädigt, Glockenspruch um 1300, Relief des heiligen Nicolai.
Sie ist ebenfalls abgestürzt, hat einen großen und verzweigten Riss,
die Krone fehlt. Sie muss daher sehr aufwendig repariert werden.
Die Glocke ist im Innenraum der Nicolaikirche aufgestellt.
4. Ehemals große Uhrenglocke von 1443), Ǿ 0,75m,
hängt im Nordturm, wird geläutet.
Die Krone wurde entfernt, als die Glocke 1934 einen stählernen
Glockenstuhl mit gekröpftem Joch erhielt.
5. Ehemals kleine Uhrenglocke von 1418, Ǿ 0,45m,
beschädigt, die Krone fehlt.
Die Glocke befindet sich in der Trinitatiskirche.
Zu dem Vorhaben, das komplette Geläut wieder herzustellen, siehe unter
>Perspektive<.
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Hier finden Sie ein
kunsthistorisches Gutachten von Dr. R. Thümmel zum Geläut der
Nicolai-Kirche in Zerbst.
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Dr.Rainer Thümmel
Sachverständiger für Geläute und Turmuhren
Goethestraße 26
01445 Radebeul
Tel./Fax: 0351/8363058
Radebeul, 11. November 2005
Kulturhistorische Bedeutung des denkmalgeschützten
Glockengeläutes
der Kirche St. Nicolai zu Zerbst
Von den ursprünglich 7 datierten historischen Glocken (vgl. F.W.
Schubart: Die Glocken im Herzogtum Anhalt. Dessau 1896, S. 507 - 524)
der Kirche St. Nicolai blieben trotz Beschlagnahme der Bronzeglocken in
beiden Weltkriegen und Zerstörung der Kirche im Jahr 1945 die drei
großen zusammengehörenden von 1378 (Mit einem Nominal h° - 7 bei einem
unteren Durchmesser von 1950 mm und einem Gewicht von ca. 5200 kg die
größte anhaltinische Glocke), 1660 (Mit einem Nominal c‘ - 4 bei einem
unteren Durchmesser von 1610 mm und einem Gewicht von ca. 3050 kg die
drittgrößte anhaltinische Glocke) und 1477 neben der größeren
Uhrschlagglocke von 1443 erhalten und bilden zusammen mit der kleinsten
Glocke von1418 des ursprünglichen Bestandes sowohl das größte und
bedeutendste Glockengeläut Anhalts als auch ein herausragendes Ensemble
von nationaler Bedeutung des Kunsthandwerks und der Gießkunst, der
Epigraphik und auch liturgischer Musikinstrumente.
Die als musikalische Basis dienende größte Glocke aus dem Jahr
1378 gehört neben der Heinrichsglocke von 1311 des Bamberger Domes
(unterer Durchmesser 1799 mm) und der Glocke von 1345 der Kirche Divi
Blasii (unterer Durchmesser 1909 mm) zu den drei größten und schwersten
erhalten gebliebenen Glocken des 14. Jahrhunderts in Deutschland (vgl.
Claus Peter: Die Glocken der Stadt Mühlhausen /Thüringen. Erfurt 2002,
S. 13) und hat unter diesen drei Glocken den größten unteren
Durchmesser.
Ist schon die zweite Nicolai-Glocke von 1660 ein ganz excellent
ausgeführtes Gussstück, das mit ihrer Inschrift, sowohl in großen
Antiquabuchstaben als auch in Fraktur ausgeführt, und ihrer Zier -
außen auf dem Schlagring wird viermal das Siegel der Stadt gezeigt - an
die untergegangene Vorgängerglocke von 1443 erinnert, so wird diese von
der größten Glocke von 1378 noch weit übertroffen. Über diese Glocke
aus dem 14. Jh. als „ein überaus bedeutendes, jenseits allen Vergleichs
liegendes Werk ihrer Zeit“ (vgl. Claus Peter: Glocken der St.
Nicolaikirche zu Zerbst (Anhalt) unveröff. Ms. 18.05.1992) wurde
bereits im 19. Jh. geurteilt: „ein Meisterwerk, was Größe, Klang und
Ausstattung betrifft“ (a.a.O F.W.Schubart, S. 508). Der nicht
überlieferte Gießer muss ein Meister seines Faches gewesen sein, der
sonore Klangentfaltung des Musikinstrumentes Großglocke, sauberste
Gussausführung und hervorragende bild- und schriftkünstlerische
Gestaltung gleichermaßen beherrschte und damit höchste Ansprüche seiner
damaligen Auftraggeber zufriedenstellen konnte. Unter den 42
aufgegossenen Bildern mit insgesamt 16 verschiedenen inhaltlichen
Darstellungen sind neben Kruzifixus, Kreuzigungsgruppe, Maria als
Königin, Aposteln und den 4 Evangelisten besonders der Schutzheilige
der Kirche St. Nicolaus als Bischof mit Krummstab und
–höchstwahrscheinlich - auch das alte Siegel oder Wappen der Stadt
Zerbst von ganz besonderer Bedeutung für die Geschichte von Stadt und
Kirche.
Die dritte Glocke von 1477, eventuell von dem Gießer Jaur in Halle
gegossen, erinnert mit ihrer in gut lesbarer hoher Minuskelinschrift
ausgeführten Inschrift an ihre untergegangenen Vorgängerglocken aus der
Zeit um 1300 bzw. von 1440, die im Zusammenhang mit der Pulverexplosion
von 1475 beschädigt oder ganz zerstört wurde. Mit zwei auf der Flanke.
aufgegossenen Bildern ist diese Glocke beidseitig geziert: Christus als
Pantokrator und
St. Nicolaus als Bischof mit Krummstab und Beutel. Auch diese Glocke
ist durch diese Widmung für die Geschichte von Kirche und Stadt von
nicht hoch genug zu bewertender Bedeutung angesichts auch der
weitestgehenden Zerstörung der originalen Ausstattung der größten
Kirche Anhalts (vgl. Heike Ingrid Derscheid: Die Stadtkirche St.
Nikolai zu Zerbst. Oschersleben 1994).
Die vierte kleinste Läuteglocke von 1418, zeitweise als Schlagglocke
für den Viertelstundenschlag verwendet, enthält in ihrer gut lesbaren
Minuskelinschrift den Namen des Heiligen Johannes.
Die große Uhrschlagglocke von 1443 enthält in ihrer Minuskelinschrift
den Hinweis, daß sie zu Weihnachten („Am Geburtstagsfest Jesu“)
gegossen worden ist, was eine seltene Besonderheit für eine historische
Glocke aus dem 15. Jh. darstellt.
Die z.T. mehr als 100 Jahre alten Schäden, bedingt auch bei der Glocke
von 1477 durch ihren Absturz im Zusammenhang mit der Zerstörung der
Kirche 1945 und unsachgemäße Eingriffe in die Originalsubstanz dieser
hochbedeutsamen historischen Musikinstrumente, lassen sich dank des
seit mehreren Generationen erreichten Standes der Restaurierungstechnik
für Bronzeglocken vollständig denkmalgerecht beseitigen (im einzelnen
beschrieben im Gutachten des Verf.: Wiederherstellung
denkmalgeschütztes Glockengeläut der Kirche St. Nicolai zu Zerbst.
Radebeul, 30. November 2004), das wie wieder so vollkommen erklingen,
wie zur Zeit ihrer Entstehung. Nur die gemeinsame Hängung der Glocken
von 1378, 1660, 1477 und 1418, ergänzt durch einen qualitätvollen
Zuguss für den Ersatz der untergegangenen fünften Läuteglocke, ergibt
den erstrebten Zusammenklang dieses weit und breit einzigartigen
Glockenensembles. Geläutet an geraden Holzjochen und aufgehängt in
einem hölzernen Glockentragwerk, jeweils aus Eiche gefertigt, aus
baulichen Gründen und wegen des erforderlichen Platzbedarfes nur in der
Glockenstube – mit vier entsprechend ausgebildeten hölzernen
Schallläden nach außen abgeschlossen – des instandzusetzenden Nordturm
möglich, werden diese Glocken mit ihrem unvergleichlichen Klangbild
Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude erklingen.
Wenn dieses historische Glockengeläut wieder aus - der Ruine - der
hochberühmten Kirche
St. Nicolai vollendet erschallen wird, wie seit Jahrhunderten nicht
mehr, wird das von ihren Zuhörern neben der Würdigung als
denkmalpflegerisch und kulturhistorisch bedeutende Leistung auch sicher
als hoffnungsvolles Zeichen für die weitere Heilung kriegsbedingter
Wunden in der Stadt Zerbst und dem Land Sachsen-Anhalt verstanden
werden.
Dr. Rainer Thümmel
Läuteordnung des Geläutes der St.Nicolai-Kirche Zerbst
Aufstellung für Programmierung
|
|
Name
|
Gussjahr
|
Masse
|
Nutzungsname
|
Ton/Nominal
|
|
Glocke 1
|
Gloriosa
|
1378
|
4540 kg
|
Festglocke
|
ho
|
|
Glocke 2
|
Apostel
|
1660 (1443)
|
2620 kg
|
Friedensgocke
|
c´
|
|
Glocke 3
|
Nicolai
|
1477
|
1510 kg
|
Verkündigungsglocke
|
e´
|
|
Glocke 4
|
Stifter
|
2007
|
938 kg
|
Stadtglocke
|
g´
|
|
Glocke 5
|
Johannes
|
1418
|
102 kg
|
Taufglocke
|
a´
|
Stundengeläut
Werktags Montag bis
Samstag Mittagsläuten
12,00 –
12,03
Glocke 2
nicht an Feiertagen, nicht am Samstag vor Ostern
Werktags Montag bis Freitag
Abendläuten
18,00 –
18,05
Glocke 4
nicht an Feiertagen, nicht am Heiligabend
Läuten für Gottesdienste, an Feiertagen und sonstigen
Anlässen
|
Anlass
|
Einläuten
|
Vorläuten
|
Zusammenläuten
|
|
Samstag vor normalem Sonntag
|
4+3+2
|
|
|
|
Normale Sonntage
|
|
2+3
|
4+3+2
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Tag vor Christfesten (Neujahr, Palmsonntag, Erntedank,
Reformationsstag, Ewigkeitssonntag, 1.Advent)
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5+4+3+2
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1+3
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5+4+3+2
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Weihnachten, Ostern, Pfingsten
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5+4+3+2+1
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1+2+3
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5+4+3+2+1
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Christvespern
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1+2+3
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5+4+3+2+1
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Silvestergottesdienst
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2+3+4
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5+4+3+2
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Silvester 24,00 – 0,15
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5+4+3+2+1
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16.April 10,15 – 10,30
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5+4+3+2+1
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Sonntage der Osterzeit 35 min vor Gottesdienst
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1+2
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3+2+1
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Auferstehungsgeläut Sonntagnacht 5,30 – 6,00
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3+2+1
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Sonntage der Advents- u. Passionszeit
Buß- u. Bettag 35 min vor Gottesdienst
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1+3
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4+3+1
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Karfreitag 15,00 – 15,05
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1
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Taufe
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5
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Trauung
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4+3+2
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Trauerfeier / Beerdigung
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2
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Am Ende des Gottesdienstes werden die Glocken des
Zusammenläutens wie zu Beginn des Gottesdienstes geläutet.
Aus gegebenem Anlass kann bei der Kirchengemeinde ein Sonderläuten
beantragt werden.
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